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Oktober 23, 2020

1. Gemeinsames Sein beim 3. Yogaleicht-Meditationskurs

atha yogānuśāsanam ||1.1||

Jetzt (beginnt) die Unterweisung im Yoga.

Gestern sind wir bei Yogaleicht in den dritten Meditationskurs gestartet. Es freut mich sehr, dass so viele von euch schon seit Anfang bei den Yogaleicht-Meditationen dabei sind. Ebenfalls berührt es mich auch sehr, dass immer wieder Neueinsteiger sich für das Meditieren interessieren und somit gestern bei Yogaleicht, das erste Mal am gemeinsamen Sein im edlen Schweigen in unserer Meditationsrunde in Sins teilgenommen haben.

Gerne gebe ich euch allen jedesmal nach der stattgefunden Meditation, das Gehörte und Geübte nochmals in einem Blogbeitrag weiter. So kannst du das Ganze erneut lesen und für dich Daheim wiederholen, um es zu verinnerlichen und weiter für dich zu praktizieren.

 

Wir haben als Einstieg in den Kurs nochmals die yogaleichte Zen-Geschichte von dieser Woche gehört, welche so einfach erklärt, was Meditation ist.

Was ist Meditation

Im Anschluss habe ich uns noch folgende einleitende Zeilen mit auf den Weg gegeben:

Ob du heute das erste Mal beim Meditieren dabei bist oder ob du schon länger auf dem Meditationsweg unterwegs bist, gilt für uns alle immer das Gleiche:

Habe beim Meditieren möglichst keine Erwartungen an dich, sei einfach offen, du musst auch gar nichts leisten oder erreichen. Es ist ganz einfach Zeit, um zu üben, um zu erfahren, um einfach zu sein. Habe mit dir viel Geduld und es gibt auch in der Meditation gar nichts zu bewerten, du bist einfach auf deinem Weg und darfst dazu lernen.

Ich werde euch in diesem Meditationskurs gerne Impulse aus den Yoga Sutras mitgeben. Yoga Sutra heisst Leitfaden und der Verfasser von dieser wertvollen Yogaschrift ist der indische Gelehrte Patanjali. Über das Leben von Patanjali ist nicht so viel bekannt. Es wird angenommen, er habe in der Zeit zwischen dem 2.Jh.v.Chr. und dem 4Jh. n. Chr. gelebt. Das Yoga Sutra besteht aus 195 Sanskrit-Versen in vier Kapiteln, und in diesen ist in hochkonzentrierter Form die Essenz eines Yogaweges zusammengetragen worden.

Wir werden uns den ersten sechs Versen aus dem ersten Kapitel widmen. Das erste Kapitel im Yoga Sutra von Patanjali hat den Namen Samadhi Pada. Es besteht insgesamt aus 51 Sutras über das Überbewusstsein und die Theorie des Geiste.

Samadhi ist Sanskrit und bedeutet übersetzt: Versenkung, Sammlung, oder wörtlich: fixieren, festmachen, die Aufmerksamkeit auf etwas bestimmtes lenken.

Es werden verschiedene Stufen von Samadhi beschrieben, und man bekommt Hinweise zu den Hindernissen auf dem Weg und Tips wie man sie überwindet. In Samadhi Pada wird einem das Wesen vom Yoga im Allgemeinen gut erklärt, und man bekommt Antworten zur Meditation und wieso die Meditation das sogenannte Herz vom Yoga ist.

 

Heute nun der erste Vers aus dem ersten Kapitel des Yoga Sutra:

atha yogānuśāsanam ||1.1||

–>was übersetzt bedeutet: Jetzt (beginnt) die Unterweisung im Yoga

Wörtlich übersetzt heisst Atha  –> jetzt oder nun und Anushasana –> Unterweisung oder Lehre. Das Wort Yoga bedeutet in diesem Kontext hier Samadhi –> es geht also um die Einführung in Samadhi.

Mit Samadhi wird ein Bewusstseinszustand bezeichnet, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgehen möge und in dem das hin und her Denken aufhören soll. Es geht darum frei zu sein von Gedanken, mit ruhigem gesammelten Geist, ein völliges Aufgehen in dem Objekt, über das meditiert wurde.

 

Also: Jetzt (beginnt) die Unterweisung im Yoga.

Das was ich uns jetzt mit auf den Weg gebe, ist für uns alle vielleicht gar nicht so neu: Nimm es trotzdem in deinem Herz auf, wie wenn du es das erste Mal hören würdest:

Jetzt … ist wie ein Weckruf, es geht darum die Sehnsucht nach der guten Vergangenheit, und das leidvolle Opferbewusstsein, das aus den belastenden Erfahrungen stammt, sowie auch die Hoffnungen auf eine tolle Zukunft, loszulassen und dort anzukommen, wo das Leben sich eigentlich abspielt. Der jetzige Augenblick ist der einzige Augenblick, der uns für Veränderung zur Verfügung steht. Darum lohnt es sich so… ihn jetzt auch zu nutzen…und die Chance wahrzunehmen noch tiefer in die Weisheiten des Yoga einzutauchen.

Im Jetzt sein und versuchen dort mit der Unterstützung von Meditation auch wirklich anzukommen, das ist eine der hilfreichsten Übungen, um sich von der Vergangenheit und der Zukunft zu lösen. Das wiederum ermöglicht uns, frei von Zeit und Leid zu sein und dort auch zu verweilen.

Damit du also die Essenz vom Yoga, das im «Jetzt sein», immer wieder wohltuend erfahren darfst, empfehle ich dir ganz einfach, das täglich mit einer Meditation, geduldig mit dir selbst bei dir Daheim zu üben. Durch regelmässiges Üben, wird es dir immer leichter fallen, im augenblicklichen Moment echt anzukommen. 

Du wirst dich auch durch das Praktizieren mit der Zeit immer besser auf ein Meditations-Objekt konzentrieren können. Die Fähigkeit im Jetzt zu sein, ist ein ganz wichtiger Schlüssel zur persönlichen Freiheit.

Dann haben wir gemeinsam mit der eigentlichen Übungspraxis angefangen:

Zuerst habe ich das Aufrichten im Sitz angeleitet und dann war deine Aufgabe die Aufmerksamkeit auf deinen Atem zu lenken.

Danach hast du deinen Atem an einem Punkt, bei deinen Naseneingängen, versucht fokussiert wahrzunehmen. Diesen Punkt hast du, wenn nötig kurz mit Hilfe deines Zeigefingers, welchen du unterhalb von der Nase hingehalten hast, noch unterstützt, um dort den Luftzug des Atems auf deinem Finger zu spüren. Dann konntest du den Zeigefinger wieder wegnehmen aber deine Aufmerksamkeit auf dem Punkt, unterhalb von der Nase bei den Naseneingängen, weiter möglichst zu behalten. Dieser Ort war nun also als Meditations-Objekt-Punkt bestimmt. Nämlich genau dort wo dein Atem in die Nase hineinströmt und auch wieder aus der Nase herausströmt. Dein Atem blieb das Meditations-Objekt während der ganzen Übungs-Sequenz.

Sobald deine Aufmerksamkeit zu etwas anderem wanderte, ging es darum das einfach wahrzunehmen und zuzulassen und dich gleich wieder zurück zum Meditations-Objekt zu führen, zum Ort unterhalb von deiner Nase.

Durch das Wahrnehmen der Ablenkung kommst du automatisch wieder in die Präsenz, ins Jetzt. Das alleine ist schon die ganze Übung, ganz simpel eigentlich und doch nicht ganz so einfach.

Ich erinnere dich, sei mit dir geduldig, bleib so gut wie möglich anwesend und tadle dich nicht, wenn du bemerkst, dass du abwesend warst. Denn das ist ja eben die Übung deine Aufmerksamkeit immer wieder bewusst und ganz achtsam quasi an die Zügel zu nehmen und sie liebevoll zurückzuführen in die Präsenz, ins Jetzt, zurück zur Übung und zum Meditations-Objekt. Ganz egal wie viele Male das passiert, bleib einfach wertfrei und fange geduldig wieder von vorne an.

Wir haben uns dann gute 10 Minuten der Stille übergeben, damit jeder für sich üben konnte und seine Erfahrungen machen durfte.

Ich habe in die Stille von Zeit zu Zeit einen sanften Klang abgegeben als Achtsamkeits-Impuls. Sobald du den Klang gehört hast, war das dein Zeichen, um genau zu beobachten wo du gerade warst oder hergekommen bist. Warst du mit deiner Aufmerksamkeit gerade bei der Übung, oder völlig an einem anderen Ort, abgelenkt vom Körper oder von deinen Gedanken? Hast du entstandene Lücken oder Pausen zwischen den Gedanken erfahren und die allenfalls mit deiner Atemachtsamkeit etwas verlängern können? Diese Klang-Impulse waren einfach eine Beobachtungs-Erinnerung, um liebevoll wahrzunehmen, ohne zu bewerten, wie die Übung gerade so läuft und um dann anschliessend wieder in den Übungsfluss einzutauchen. Dies einfach um die Abwesenheiten oder die Konzentrationsmomente bewusst zu erkennen und noch deutlicher zu erleben.

Nach der Meditations-Zeit haben wir im Stillen jeder für sich reflektiert und abschliessend noch eine Endentspannung genossen und uns wieder im edlen Schweigen auf den Heimweg begeben.

 

Möge dir dieser Yogaleicht-Blogbeitrag wieder etwas helfen bei der Verinnerlichung, was wir gestern gemeinsam geübt haben. Vielleicht unterstützen diese Yogaleicht-Impulse dich ebenfalls dabei, dass du motiviert bleibst dir solche Meditationsmomente auch zu Hause zu schenken.

Ich freue mich bereits auf das zweite gemeinsame Sein von diesem Meditationskurs bei Yogaleicht, hier das nächste Datum: Donnerstag 19. November 2020 von 17.00-17.45 Uhr.

Nutze diese nächste Gelegenheit und diesen geschützten Rahmen, um das Meditieren auszuprobieren, auch wenn es für dich Neuland ist. Getraue dich, es braucht auch gar keine Vorkenntnisse. Jede Lektion ist in sich abgeschlossen, das heisst du musst also nicht alle Lektionen des Kurses besuchen, du darfst dir auch einfach einzelne Meditationsimpulse abholen oder nur einmal unverbindlich Meditationsluft schnuppern.

Melde dich einfach an bei mir, wenn du dabei sein möchtest. Ich freue mich auf jede Begegnung im edlen Schweigen mit dir.

Namasté Corinne

 

Quellenangabe: Inspiriert aus der Lektüre von Yoga Sutra – Der Yogaleitfaden des Patanjali (von H. Maldoner) und vom Praxisbuch – Meditation ist das Herz des Yoga (von Remo Rittiner und Martin Mittwede)

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Corinne Hertzog


Dipl. Yogalehrerin SYV / EYU